Es gibt verschiedene Wege den Piercingschmuck in den Körper zu befördern.
Die gängigsten Methoden sind das Schießen, Stanzen oder Stechen.
Schießen
Mittlerweile ist recht gut bekannt, warum das Schießen keine Option mehr sein sollte. Dabei wird mit einem beliebigen Device der Schmuck selber durch das Gewebe gedrückt. Dieser ist angespitzt und wird danach von hinten verschlossen. Es gibt leider immer noch Firmen, die den Vorgang umschreiben und gut verkaufen, aber er bedeutet nicht nur viel Trauma für das Gewebe sondern wird oft vom Verkaufspersonal selber und keinen Piercern durgeführt. Auch wenn diese Leute eine Schulung hinter sich haben – wer gut informiert solche Prozesse durchführt – hat kein Vertrauen verdient.
Das spitze Schmuckstück verweilt während der Heilung im Körper und der Verschluss ist ein Paradies für alle möglichen Ablagerungen.
Stanzen
Manche Studios bieten nicht nur das Punchen von „Tunneln“ an, sondern auch schon für Standard-Piercings. Dabei wird mit einem Biopsy Punch (kreisförmiges Skalpell) ein Loch gestanzt und Gewebe entfernt. Dadurch lastet weniger Druck auf dem Schmuck und viele berichten von einer verkürzten Abheilungszeit.
Kanüle
Die wohl weit verbreitetste Variante ist die Kanüle. Das ist eine Nadel-Art, die auch in der regulären Medizin genutzt wird. Die Nadel ist von einem Plastikschlauch umgeben, der nach dem Stechen in der Wunde zurückbleibt.
In diesen Schlauch wird dann entweder ein Pin Taper oder direkt der Ersteinsatz eingeführt. So wird der Schmuck sicher in das Piercing gesetzt.
Needle Blade
Die Needle Blade wurde extra für das Piercen konstruiert. Sie besteht quasi aus drei Teilen: die Spitze, die ein kleines Loch ins Gewebe sticht – die Blade, die aus dem Loch einen Schnitt macht und der Rest der Bevel, die das ganze auf die gewünschte Größe aufdehnt. In das Ende der Nadel wird dann der Taper gesteckt, um den Schmucktransfer zu erleichtern.
Warum erkläre ich das jetzt?
Bei dem Thema scheiden sich die Geister. Auch wenn manche wirklich gute Studios teilweise mit Kanülen arbeiten, möchte ich einmal erklären, warum das für mich nie eine Option war.
Die Bevel (der scharfe Kopf der Nadel) einer Kanüle ist deutlich kürzer als bei einer Blade, der Stich zu Dehnen Prozess ist also abrupter. Die Plastik Tube um die Nadel ist zwar dünn aber dennoch wird dieser stumpfe Schlauch bei dem Prozess mit durch den Stichkanal gedrückt und muss am Ende in die verkehrte Richtung wieder herausbefördert werden. Wird der Schmuck nur mit der Tube eingesetzt, stülpt man den Schlauch über den Schmuck. Oft wird dafür extra mit 0,1mm größer gestochen als der Schmuck stark ist, trotzdem wird das Verbindungsstück dadurch meist dicker als der gestochene Durchmesser und das Einsetzen schmerzt noch einmal zusätzlich.
Die Needle Blade hat eine lange Bevel und ermöglicht dadurch einen sanfteren Prozess. Sie ist stabiler und lässt sich bei Bedarf mit den richtigen Tools biegen, um besser und kontrollierter an gewisse Stellen zu kommen.
Ich bin absolut verliebt in Needle Blades und habe damit einfach meine perfekte Technik gefunden, anderen Artists gehts da vielleicht anders! Allerdings sprechen hier die Vor- und Nachteile, meiner Meinung nach, einfach für sich.
Das Stanzen biete ich aber auch an, für alle, die damit bessere Erfahrungen haben oder große Gauges wollen.

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